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Geschichte Pakistans

Die Geschichte Pakistans ist lang und wechselhaft. Sie erlebte verschiedene Religionen, Völker, Eroberer und Händler ebenso wie die Kolonialherrschaft und schließlich die Entstehung des Nationalstaats Pakistan.

Hochkultur und erste Siedlungszeugnisse in Pakistan
Erste Zeugnisse von Siedlungskulturen gehen auf das 3. Jahrtausend v. Chr. zurück. Die so genannte Indus-Kultur, die an den Ufern des Flusses ihren Ursprung hatte, war bereits hochentwickelt. Besonders die Landwirtschaft und das Handwerk hatten einen hohen Stand erreicht. Die verschiedenen Städte der Indus-Kultur waren dabei mit einem weit verzweigten Handelsnetz miteinander verbunden.

Entwicklung und Niedergang der Stadtkultur
An der bedeutendsten Stätte der bekannten über 1000 Fundorte, dem noch in Grundmauern erhaltenen Harappa, kann man noch heute die Städteplanung nachvollziehen. Erstmals in der Geschichte baute man mit gebrannten Ziegeln und in einer geregelten Parzellenform, sogar an die Straßenentwässerung war gedacht. Bis etwa 1800 v. Chr. wurden die meisten Städte verlassen – aus bislang ungeklärten Gründen.

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Pakistan

Farbenpracht und Vielfalt zu Füßen des Karakorum
16 Tage Kultur- und Wanderreise

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  • Berühmte Märchenwiese (3300 m) – Idyll zu Füßen des Nanga Parbat (8125 m) mit Wanderung
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Pakistan

Von der Märchenwiese ins Hunzaland
18 Tage Wanderreise

  • Wanderreise in einmaliger Landschaft abseits ausgetretener Pfade
  • Besuch der Märchenwiese sowie im Basislager von Nanga Parbat (4000 m) und Rakaposhi (3260 m)
  • Fahrt auf dem weltberühmten Karakorum Highway

Neueinwanderung und Königreiche in Pakistan
Um 1500 v. Chr. erschien durch Einwanderung von indo-arischen Stämmen eine neue Kultur auf der Bildfläche, die vedische Kultur. Sie blühte etwa ein Jahrtausend und etablierte den Hinduismus als Religion. Bis zum 6. Jh. v. Chr. waren die verschiedenen lokalen Königreiche intensiv miteinander vernetzt und der Handel florierte.

Auch der Buddhismus gelangte zeitig auf das Territorium des heutigen Pakistan. Ab dem 4. Jh. v. Chr. lassen sich Zeugnisse dieser Religion hier finden.

Pakistan ist nicht zuletzt mit dem klangvollen Namen Alexanders des Großen verbunden. Er erreichte im Jahre 326 v. Chr. auf seinem legendären Feldzug nach Asien das Indus-Tal. Durch die Vermischung der dabei mitgebrachten griechischen Lebensart mit den bestehenden lokalen Traditionen entstand eine ganz eigene Kultur. Vor diesem Hintergrund lassen sich auch die außergewöhnlichen Zeugnisse der zeitlich folgenden Königreiche der Seleukiden, Baktriens und Gandharas verstehen. Ihre Überreste können vor allem in der wichtigen Stadt Taxila noch heute besichtigt werden.

Die Region Gandhara erlebte auch unter den Kushanen, dem von Nordosten eingewanderten buddhistischen Volk der Yuezhi, eine weitere Blüte. Auf das Kushan-Reich folgte das Gupta-Reich, das schließlich unter den eindringenden persischen Sassaniden zerbrach.

Islam als Religion
Schon im Jahr 712 eroberten die Araber das Indus-Tal. Der Islam verbreite sich jedoch in dieser Zeit noch nicht auf dem heutigen pakistanischen Gebiet. Ab etwa 1000 n. Chr. begann die muslimische Religion sich zu etablieren: Auf das Ghaznawiden-Reich folgte die Herrschaft der persischen Ghuriden, der Sultane von Dehli, schließlich jene der berühmten Moguln und der afghanischen Durrani.

Britische Kolonisateure
Im 19. Jh. betrat Großbritannien als Kolonialmacht die Bühne. Die British East India Company besetzte 1843 die Region Sindh und 1849 den Punjab, so dass das spätere pakistanische Territorium fortan zu Britisch-Indien gehörte. So war es auch Indien, von dem immer wieder Unabhängigkeitsbestrebungen ausgingen, die meist blutig niedergeschlagen wurden.

Pakistans Unabhängigkeit und Grenzstreitigkeiten
Pakistan erlangte schließlich seine Unabhängigkeit am 14. August 1947, wobei die territorialen Grenzen nicht abschließend geklärt wurden. Daher schwelt zwischen Indien und Pakistan noch heute der Konflikt um die Region Kashmir, Teile Ladakhs und die Gebirgszüge des Karakorum.

Postkolonialismus, Republik und Militärdiktatur
In den späten 40-er Jahren regierte zunächst Ali Jinnah, die Symbolfigur der Unabhängigkeitsjahre. Doch trotz der Abspaltung verblieb Pakistan noch bis 1956 im Staatenbund des Commonwealth, so dass Elizabeth II. ab 1952 tatsächlich Königin von Pakistan war. Man schuf dann eine parlamentarische Republik, die jedoch bald durch einen Staatsstreich des Generals Ayub Khan unter militärisches Kommando gelangte. Weder die Wirtschaft noch die politische Situation erwiesen sich als nachhaltig stabil, so dass selbst die 1970 abgehaltenen Wahlen keine Verbesserung erzielten. Erst 1972 kehrte unter Zulfikar Ali Bhutto eine gewisse Ruhe ein, die allerdings nur von kurzer Dauer sein sollte. Von 1977 bis 1988 regierte wiederum das Militär unter wechselnden Generälen.

Erste weibliche Premierministerin und wirtschaftlicher Aufschwung
In diesem Jahr wurde mit der Tochter Zulfikars, Benazir Bhutto, die erste weibliche Premierministerin Pakistans an die Macht gewählt, die mit ihrer charismatischen Art aktiv Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung unternahm, jedoch 2007 nach langen Jahren des Exils ermordet wurde. Weiterhin prägten ökonomische Misswirtschaft, Korruption und die Auseinandersetzung mit Indien die Situation Pakistans.

Aktuellste politische Lage in Pakistan
Aktuell nimm Pakistan eine wichtige Rolle im US-amerikanischen Kampf gegen den Terrorismus ein. Doch die generelle politische Situation bleibt delikat. Während Bhuttos im linken Spektrum angesiedelte Pakistan Peoples Party 2008 die Mehrheit errang, ist seit 2013 die konservative Pakistan Muslim League an der Macht. Das Premierministeramt ist seit Mai 2018 nur kommissarisch an Nasirul Mulk vergeben.